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Färbepartie bei Wolle: Warum dein nachgekauftes Knäuel anders aussieht

Gleiche Farbnummer, trotzdem ein anderer Ton? Was eine Färbepartie ist, wo du die Partienummer findest und wie du Farbunterschiede im Strickstück vermeidest.

22. Oktober 20263 Min. LesezeitHand & Hund

Inhalt dieses Artikels
  1. Was ist eine Färbepartie?
  2. Warum Partien unterschiedlich ausfallen
  3. Wo du die Partienummer findest
  4. So vermeidest du Unterschiede
  5. Gute Stellen für einen Wechsel
  6. Lieber gleich ein Knäuel mehr

Du hast genau ausgerechnet, wie viel Garn dein Pullover braucht, und dann fehlt am Ende doch ein Knäuel. Also bestellst du nach: gleiches Garn, gleiche Farbnummer. Beim Weiterstricken fällt dir auf, dass der neue Faden eine Spur heller ist. Der Grund ist fast immer die Färbepartie.

Was ist eine Färbepartie?

Garn wird nicht Knäuel für Knäuel gefärbt, sondern in größeren Mengen auf einmal. Alles, was gemeinsam in einem Farbbad war, bildet eine Färbepartie, auf Englisch „dye lot“. Innerhalb einer Partie sind die Knäuel praktisch identisch. Zwischen zwei Partien derselben Farbe kann es dagegen kleine Unterschiede geben, auch wenn Farbnummer und Rezeptur gleich sind.

Warum Partien unterschiedlich ausfallen

Beim Färben spielen viele Dinge mit: Temperatur und Dauer des Farbbads, das Wasser und vor allem die Faser selbst. Naturfasern wie Wolle, Alpaka oder Mohair nehmen Farbe nie ganz gleichmäßig auf, denn jede Schur ist ein wenig anders. Im Knäuel sieht man die Abweichung meist kaum. Im fertigen Strickstück, wo zwei Partien direkt aneinanderstoßen, zeigt sie sich dagegen oft als feine Linie oder leichter Farbwechsel.

Wo du die Partienummer findest

Auf der Banderole jedes Knäuels stehen zwei Nummern: die Farbnummer und die Partienummer. Die Partie ist meist mit „Partie“, „Lot“ oder „Dye Lot“ beschriftet. Für ein Projekt sollten alle Knäuel einer Farbe dieselbe Partienummer haben. Bewahre die Banderolen auf, bis dein Stück fertig ist. Dann weißt du beim Nachkaufen genau, welche Partie du hattest.

So vermeidest du Unterschiede

  • Bestelle alle Knäuel für ein Projekt auf einmal statt nach und nach
  • Plane ein Knäuel Reserve ein, besonders bei Pullovern und Jacken. Was übrig bleibt, reicht oft noch für eine Mütze, Stulpen oder ein Halstuch für den Hund
  • Vergleiche vor dem Anschlagen die Partienummern aller Knäuel
  • Lege die Knäuel bei Tageslicht nebeneinander, dann siehst du auch kleine Unterschiede

Gute Stellen für einen Wechsel

Lässt sich ein Wechsel nicht vermeiden, setze ihn dorthin, wo ohnehin eine Kante ist: an Bündchen, Blenden oder Kragen. Bei einem Pullover kannst du auch beide Ärmel aus der neuen Partie stricken statt je einen aus jeder, dann sehen die Ärmel wenigstens gleich aus. Mitten im Vorder- oder Rückenteil fällt ein Wechsel am stärksten auf.

Lieber gleich ein Knäuel mehr

Ältere Partien sind irgendwann ausverkauft. Wer Wochen später nachbestellt, bekommt deshalb meist schon eine neuere Partie. Am sichersten fährst du, wenn du alle Knäuel für dein Projekt zusammen bestellst und gleich eines als Reserve dazunimmst.

Ein Knäuel mehr im Korb ist günstiger als ein Pullover in zwei Farbtönen.
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